GOÄ-Tipp - Augenheilkunde - OCT

Die optische Kohärenztomographie (OCT) gehört zu den bildgebenden Verfahren und wird in der Augenheilkunde zur Untersuchung der Retina (Netzhaut), des Glaskörpers und des Sehnervs verwendet.

Abrechnung

Für die Untersuchung der Kohärenztomographie wird allgemein die Ziffer-Nr. 424 GOÄ analog empfohlen. Die Analogie wird aufgrund der bislang in der GOÄ dafür fehlenden Gebührenziffer für die OCT-Behandlung begründet. Ganz unstreitig ist diese Abrechnungsempfehlung jedoch nicht. In der Kommentarliteratur gibt es auch abweichende Auffassungen. Immerhin hat sich die BÄK zu einer Stellungnahme vom 7.2.2015 durchgerungen, eine analoge Abrechnung der Ziffer Nr. 424 GOÄ zuzulassen.

In diesem Kontext wird seitens des Berufsverbands der Augenärzte zusätzlich die Zuschlagsziffer Nr. 406 GOÄ analog empfohlen. Auch hierzu gibt es keine gesicherte Rechtsposition. Nach dem Urteil des Amtsgerichts Wiesbaden (AZ: 91 C 3925/18 (84)) vom April 2019 wird jedoch die Abrechnung der Ziffer Nr. 406 GOÄ als zulässig angesehen, wenn die OCT-Untersuchung mit einer farblichen Darstellung durchgeführt wird.

Teilweise wird auch in der Literatur empfohlen, neben der Ziffer 424 GOÄ analog zusätzlich die Ziffer Nr.5733 GOÄ analog zu berechnen. Das wird damit begründet, dass die 3-D- bzw. 4-D-Darstellungen weder in der ursprünglichen noch in der später reformierten GOÄ in diesem Zusammenhang enthalten sind. Das ist in der Tat eine Auslegungsfrage. Auch hierbei dürfte mit erheblichen Widerständen der Kostenträger zu rechnen sein.

Erfolgt jedoch die OCT-Untersuchung im Rahmen einer Verlaufskontrolle, ist für die Photodokumentation zusätzlich die Nr. 1253 GOÄ ansetzbar.